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Crowdwork und Arbeit auf digitalen Plattformen – kurz erklärt

Inhaltsverzeichnis

1. Worum handelt es sich bei »Crowdwork« bzw. bei »plattformbasierter« oder »auf Apps beruhender« Arbeit?
2. Ist Crowdwork neu?
3. Was ist gut und was ist schlecht an dieser Art von Arbeitsorganisation?
4. Welche Arten von Arbeit kommen für »Crowdsourcing« infrage?
5. Gibt es Formen von Arbeit, die für »Crowdsourcing« nicht infrage kommen?
6. Wie viele Crowdworker gibt es?
7. Breitet sich Crowdwork aus?
8. Wer macht vom Crowdsourcing Gebrauch?
9. Sind die Arbeitsbedingungen bei manchen Plattformen besser als bei anderen?

1. Worum handelt es sich bei »Crowdwork« bzw. bei »plattformbasierter« oder »auf Apps beruhender« Arbeit?

Wir verwenden diese Begriffe zur Bezeichnung von Arbeit, die über einen digitalen Dienst (eine Website, eine App oder eine »Plattform«) geleistet oder verwaltet wird, wobei dieser Dienst als Vermittler zwischen Kunden und Beschäftigten fungiert.

Zu den bekannten Beispielen zählen Amazon Mechanical Turk, Clickworker, CrowdFlower, content.de, Upwork, Freelancer.com, Uber, Lyft, AppJobber, Streetspotr, Testbirds, 99designs, Jovoto, TopCoder, Helpling, Deliveroo, Foodora, Ohlala und TaskRabbit.

Einige dieser »Plattformen« erlauben es Kunden, Aufgaben zu posten, die von allen Personen erledigt werden können, die bestimmte Kriterien erfüllen (die »Crowd«). Andere, insbesondere Plattformen für Selbständige wie Upwork und Freelancer.com, helfen Kunden dabei, einzelne Selbständige zu finden, die für die zu erledigende Arbeit qualifiziert sind.

 

2. Ist Crowdwork neu?

Die älteste Crowdsourcing-Plattform für Microtasks (Kleinstaufgaben), Amazon Mechanical Turk, wurde 2005 lanciert, die älteste Plattform für Selbständige, Elance, 1999. (Elance hat 2014/15 mit oDesk fusioniert, woraus Upwork hervorgegangen ist.)

Einige Arten von Crowdwork (insbesondere mit Microtasks zusammenhängende) lassen sich jedoch als Kombination von Globalisierung und »Digitalisierung« mit der Logik bestehender Systeme der Arbeitsorganisation wie etwa dem Akkordsystem begreifen.

 

3. Was ist gut und was ist schlecht an dieser Art von Arbeitsorganisation?

Aus der Kundenperspektive betrachtet bestehen zwei bedeutende potenzielle Nutzen plattformbasierter Arbeit in ihrer Schnelligkeit und Bequemlichkeit. Da die Beschäftigten vieler Plattformen jederzeit »auf Abruf« bereitstehen, werden auf Arbeitsplattformen gepostete Aufgaben oft sehr rasch erledigt.

Verschiedene Arten plattformbasierter Arbeit weisen unterschiedliche Nutzen und Probleme auf.

Wird Arbeit digital geleistet, dann können Kunden ihre Beschäftigten potenziell aus der ganzen Welt rekrutieren. Aus der Kundenperspektive betrachtet kann dies vorteilhaft sein, da es den Zugriff auf Fertigkeiten erlaubt, die ansonsten nicht zur Verfügung stünden. Das kann auch für einige Beschäftigte ein bedeutender Vorteil sein, insbesondere für die, die sonst keinen Zugang zu Beschäftigung hätten. Internationale Platformen wie Upwork und 99designs ziehen oft zahlreiche Beschäftigte aus »Entwicklungsländern« an, die dadurch in die Lage kommen, für Kunden in »Industrieländern« zu arbeiten und Löhne zu beziehen, die für ihren Standort recht hoch sind. Für Beschäftigte auf etablierten Arbeitsmärkten, insbesondere für solche aus »Industrieländern« mit ausgeprägtem Arbeitsschutz, können Arbeitsplattformen eine Bedrohung ihres Vergütungsniveaus und ihrer Arbeitsbedingungen darstellen, da sie aufgrund der Plattformen mit Beschäftigten in anderen Ländern konkurrieren, wo die Lebenshaltungskosten niedriger sind und der Arbeitsschutz weniger ausgeprägt ist.

Ein Hauptvorteil für Beschäftigte, deren Arbeit digital übermittelt wird, besteht darin, dass diese Beschäftigte an jedem Ort arbeiten können, an dem sie über einen Computer und einen Internetanschluss verfügen, etwa von zuhause aus. Außerdem können sie, innerhalb bestimmter Grenzen, arbeiten, wann sie wollen. Plattformbasierte Arbeit kann eine bedeutende Einkommensquelle darstellen für Beschäftigte, die in ländlichen Gebieten leben, die zuhause bleiben müssen, um ihre Kinder oder andere Angehörige zu betreuen, oder die krank sind bzw. eine Behinderung haben.

Hinzu kommt, insbesondere auf Crowdsourcing-Plattformen, bei denen es um Microtasks geht, das die Beschäftigten in der Regel keine Vorstellungsgespräche absolvieren müssen, bevor sie mit der Arbeit beginnen können. Sie bleiben mitunter sogar relativ anonym: Auf Plattformen für Microtasks sind dem Kunden Geschlecht, Alter, Bildungsgrad, ethnischer Hintergrund, Vorstrafenregister und sexuelle Orientierung der Beschäftigten in der Regel nicht bekannt. Solche Plattformen bieten daher Beschäftigten, die auf dem Offline-Arbeitsmarkt Diskriminierungen ausgesetzt sind, Zugang zu bezahlter Arbeit.

Die Hauptprobleme, die mit plattformbasierter Arbeit einhergehen, hängen mit dem Mangel an Beschäftigtenrechten zusammen. Die meisten Plattformen verlangen von den Beschäftigten, dass sie ihrer Kategorisierung als Selbständige oder unabhängige Auftragnehmer zustimmen, sich also nicht als Beschäftigte der Plattform oder des bzw. der Kunden begreifen. Damit haben die Beschäftigten keinen Anspruch auf den Mindestlohn, auf bezahlten Urlaub, Elternzeit, Krankheitsurlaub oder Überstundenvergütung. Sie haben keine vom Arbeitgeber kofinanzierte Krankenversicherung, können sich nicht gegen eine etwaige ungerechtfertigte Kündigung wehren, erhalten im Fall einer Krankheit oder Verletzung keinerlei Vergütung oder Entschädigung und haben auch kein Recht, sich zu organisieren und mit Plattformbetreibern oder Kunden Tarifvereinbarungen auszuhandeln.

Im Ergebnis verdienen viele auf Plattformen arbeitende Beschäftigte in »Industrieländern« weniger als in den in ihrem Land geltenden Mindestlohn.

 

4. Welche Arten von Arbeit kommen für »Crowdsourcing« infrage?

Auf Microtasks spezialisierte Plattformen wie Amazon Mechanical Turk, Clickworker und CrowdFlower werden für das Crowdsourcing vieler informationsverarbeitender Aufgaben verwendet. Dazu zählen etwa die Kategorisierung von Bildmaterial und Produkten, Transkription, Übersetzung, Internetrecherche (einschließlich von Markt- und Absatzforschung) und die Optimierung von Suchergebnissen.

Informatiker haben darüber hinaus Verfahren entwickelt, die das Crowdsourcing von kreativer Arbeit wie dem Verfassen literarischer Texte über Microtask-Plattformen erlauben (e.g., Joy Kim et al., “Mechanical Novel: crowdsourcing complex work through reflection and revision”).

Plattformen für Selbständige wie Freelancer.com und Upwork dienen als Vermittler für nahezu jede Art von Arbeit, die digital geliefert werden kann. Dazu gehört die Arbeit von Ingenieuren, Progammierern, Autoren, Designern, Architekten, Projektmanagern, Buchhaltern, Kundenbetreuern und Verwaltungsangestellten.

Informatiker haben Plattformen für Selbständige außerdem eingesetzt, um die Rekrutierung und das Management von Beschäftigten mit Expertenwissen zu automatisieren, sodass ein automatisches Crowdsourcing komplexer Aufgaben möglich wird, die den Input einer Vielzahl von Beschäftigten mit unterschiedlichen Fertigkeiten erfordern (Filmproduktion, Entwicklung von Apps für Mobiltelefone) (e.g., Daniela Retelny et al., “Expert crowdsourcing with flash teams”).

Manche Plattformen vermitteln orts- und personengebundene Tätigkeiten wie Fahrdienste (z. B. Uber, Lyft), Zustellung (z. B. Deliveroo, Foodora, Instacart, Postmates), Sexarbeit (z. B. Ohlala) und Hausarbeit (z. B. TaskRabbit, Helpling).

Es gibt wettbewerbsbasierte Plattformen, die auf bestimmte Arten von Arbeit spezialisiert sind, z. B. 99designs und Jovoto (Grafikdesign), Local Motors (konstruktive Entwicklung) und TopCoder (Programmierung).

 

5. Gibt es Formen von Arbeit, die für »Crowdsourcing« nicht infrage kommen?

Es ließe sich schwerlich argumentieren, dass es irgendeine Art von Arbeit gibt, die für »Crowdsourcing« prinzipiell nicht infrage kommt, zumindest in dem Sinn, dass es nicht möglich wäre, über eine Plattform wie Upwork oder Freelancer einen Selbständigen anzuheuern, der die Aufgabe erledigt. Management-Techniken wie »Flash-Teams« oder »Flash-Organisationen« erlauben es Kunden, Teams von Selbständigen zusammenzustellen und zu verwalten. Das wiederum ermöglicht das »Crowdsourcing« komplexer, kreativer Projekte, etwa aus den Bereichen der Software-Entwicklung und der Animationsfilm-Produktion. Wettbewerbsbasierte Plattformen wie Local Motors, jovoto, TopCoder und InnoCentive ermöglichen das Crowdsourcing hochqualifizierter Tätigkeiten aus Bereichen wie der konstruktiven Entwicklung, dem Produktdesign, dem Progammieren und der wissenschaftlichen Forschung.

Hinzu kommt, dass Bewertungssysteme es Kunden jetzt bereits erlauben, Dienstleister zu bewerten, auch wenn es um hochqualifizierte Tätigkeiten aus Bereichen wie Gesundheitspflege oder Recht geht. Es handelt sich bei diesen Bewertungssystemen zwar nicht um Arbeitsmärkte, sie beeinflussen aber den Arbeitsmarkt und könnten sich zu Plattformen entwickeln, über die Arbeit verteilt wird. (Beispielsweise hat die deutschsprachige Plattform MyHammer, vormals ein Verzeichnis selbständiger Handwerker, kürzlich ein Verfahren eingeführt, das es Kunden erlaubt, Jobs zu posten.)

 

6. Wie viele Crowdworker gibt es?

In einer Untersuchung des McKinsey Global Institute aus dem Jahr 2016 wird geschätzt, dass bereits etwa neun Millionen Menschen in den USA und den »EU-15« (Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien) durch die Arbeit auf einer digitalen Plattform ein Einkommen erzielt haben (Executive Summary S. 18).

Aus Daten, die Diana Farrell und Fiona Grieg vom JP Morgen Chase Institute zusammengetragen und 2016 veröffentlicht haben (Paychecks, Paydays, and the Online Platform Economy), geht hervor, dass etwa 1,3 Millionen Amerikaner mindestens einmal im Monat über Online-Arbeitsplattformen ein Einkommen erzielen. Von diesen wiederum verdienen etwa 250.000 mindestens 75 Prozent ihres Einkommens über Plattformen (calculation).

Aus Untersuchungen, die Ursula Huws und Simon Joyce von der Universität Hertfordshire in Zusammenarbeit mit Ipsos MORI und mit Mitteln der Foundation for European Progressive Studies, von UNI Global Union sowie von länderspezifischen Partnern durchgeführt haben, sind die folgenden länderspezifischen Schätzungen hervorgegangen, wie viele Menschen mindestens die Hälfte ihres Einkommens auf Online-Arbeitsplattformen erzielen:

 

7. Breitet sich Crowdwork aus?

Ja.

Beispielsweise geht aus Daten zu den USA, die Diana Farrell und Fiona Grieg vom JP Morgan Chase Institute zusammengetragen und im Februar 2016 veröffetlicht haben (Paychecks, Paydays, and the Online Platform Economy, S. 5), hervor, dass die Teilnahme an Online-Arbeitsmärkten zwischen Ende 2012 und Ende 2015 dramatisch zugenommen hat (siehe Grafik).

 

8. Wer macht vom Crowdsourcing Gebrauch?

Privatpersonen und Organisationen aller Art – Kleinbetriebe, Startups, gemeinnützige Organisationen und sogar Regierungsbehörden – machen vom Crowdsourcing Gebrauch.

Beispielsweise hat die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelaufsichtsbehörde, die United States Food and Agency, Mechanical Turk genutzt, um einen größeren Rückstand an Berichten zur Arzneimittelsicherheit abzuarbeiten.

Die US-amerikanische Defense Advance Research Projects Agency hat noch davor, im Jahr 2011, mit Local Motors zusammengearbeitet, um einen Teil der Entwicklung des XC2V FLYPMODE (eines Militärfahrzeug-Prototyps) über Crowdsourcing erledigen zu lassen.

In Deutschland zählen viele Crowdsourcing-Plattformen größere Unternehmen zu ihren Kunden, darunter Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Süddeutsche Zeitung, Sony, Audi und Western Union.

 

9. Sind die Arbeitsbedingungen bei manchen Plattformen besser als bei anderen?

Ja. Allerdings ist es nicht einfach, Kriterien zur Bewertung der Arbeitsbedingungen zu formulieren, mit denen alle einverstanden wäre, da die Lebenssituationen der Beschäftigten und ihre Motivation, Crowdwork zu leisten, unterschiedlich sind.

Hinzu kommt, dass es nicht immer einfach ist, Beschäftigte zu ihren Erfahrungen mit und Ansichten über plattformbasierte Arbeit zu befragen.

Auf dieser Website versuchen wir, die Arbeitsbedingungen auf unterschiedlichen Plattformen mittels eines Verfahrens zu bewerten, das auf den Antworten zu unserer Crowdworker-Umfrage aus dem Jahr 2017 beruht. Das kann noch verfeinert werden, aber es ist ein Anfang.

Aus dem Englischen von Max Henninger